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Meister von Flémalle: Not Gottes (um 1430)
(Quelle: wikimedia)

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Am Sonntag nach Pfingsten geht der Blick auf den dreifaltigen Gott. Wir feiern den Gott, der Vater, Sohn und Heiliger Geist ist.

Das Bild des Gnadenstuhls, auch „Not Gottes“ genannt, vom Meister von Flémalle, entstanden um 1430, führt mitten in dieses Geheimnis hinein. Gottvater hält den toten Christus in seinen Armen. Der Heilige Geist ist in Gestalt der Taube angedeutet; sie ruht auf der Schulter des toten Christus. Dieses Bild erklärt die Dreifaltigkeit nicht. Das kann kein Bild. Aber es öffnet einen Blick: Gott bleibt nicht fern. Er schaut nicht unberührt auf Leid, Schuld und Tod. Er trägt sie in sich hinein.

Das Bild macht sichtbar, was die biblischen Texte dieses Sonntags fragen: Welches Bild haben wir von Gott — und wie sprechen wir von ihm? Ist Gott nur so, wie wir ihn uns vorstellen? Ein Gott nach unserem Maß? Ein Gott unserer Wünsche, Ängste und Projektionen? Oder ist Gott der, der sich selbst zeigt?

Im Evangelium heißt es: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16a). Gott kommt nicht, um zu richten, sondern um zu retten (vgl. Joh 3,17).

So wird das Geheimnis der Dreifaltigkeit konkret: Gott ist nicht Drohung, nicht Ferne, nicht bloßes Gedankengebäude. Gott ist Liebe, die sich zeigt. Liebe, die nahekommt. Liebe, die trägt. Liebe, die rettet.

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom