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Die Arbeiter im Weinberg des Herrn
(Lucas Cranach der Jüngere)
(Quelle: wikimedia)

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

Wie schnell beginnen wir zu rechnen: Was habe ich geleistet? Was steht mir zu? Warum bekommt ein anderer mehr? Wir vergleichen, wägen ab und fragen nach Gerechtigkeit. Oft geschieht das ganz selbstverständlich. Und manchmal übertragen wir dieses Denken sogar auf Gott: Was habe ich für meinen Glauben getan? Was müsste dafür herauskommen? Was habe ich verdient?

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt von einem Gott, der anders handelt. Er sucht Menschen, spricht sie an und lädt sie ein – früh oder spät, mit großer Kraft oder mit wenig Möglichkeiten. Niemand wird übersehen. Niemand ist zu spät. Und niemand muss sich seinen Platz bei Gott erst verdienen.

Bei ihm wird das Leben nicht nach Stunden, Erfolg oder Verdienst bemessen. Vor Gott zählt nicht zuerst, was ein Mensch vorweisen kann, sondern dass er gerufen und angenommen ist. Seine Großzügigkeit sprengt unsere gewohnten Maßstäbe. Sie kann sogar irritieren, weil sie sich nicht an unsere Rechnungen hält.

Darin liegt eine befreiende Botschaft: Vor Gott müssen wir unseren Wert nicht erarbeiten. Seine Liebe rechnet nicht auf. Sie fragt nicht zuerst nach Gegenleistung. Sie schenkt Leben – dem einen wie dem anderen, dem Starken wie dem Schwachen, dem Frühen wie dem Späten

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom