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Caravaggio: Die Berufung des Matthäus (1599/1600) in der Kirche San Luigi dei Francesi (Rom)
(Quelle: wikimedia)

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Manchmal geschieht Entscheidendes mitten im Alltag. Nicht erst dann, wenn alles geordnet ist.
Nicht erst dann, wenn ein Mensch sich bereit fühlt. Nicht erst dort, wo das Leben fromm und vorzeigbar aussieht.

Das Evangelium erzählt von einem solchen Augenblick: Jesus sieht Matthäus am Zoll sitzen — an einem Ort, der nicht für Heiligkeit steht, sondern für Geld, Berechnung, Abhängigkeit und einen zweifelhaften Ruf. Und gerade dort spricht Jesus ihn an: „Folge mir nach!“ (Mt 9,9).

Caravaggios Bild „Die Berufung des Matthäus“ fängt diesen Moment eindrucksvoll ein. Ein Licht fällt in einen dunklen Raum. Menschen sitzen an einem Tisch, mitten in ihrer Welt. Nichts ist vorbereitet, nichts ist ideal. Und doch beginnt genau dort etwas Neues.

Das ist die überraschende Botschaft dieses Evangeliums: Gott wartet nicht, bis unser Leben perfekt ist. Christus kommt dorthin, wo wir wirklich sind. Sein Blick legt nicht fest. Sein Licht stellt nicht bloß. Er sieht mehr als das, was andere sehen — und mehr, als wir selbst oft von uns glauben.

Vielleicht beginnt Glaube genau so: mit einem Blick, der uns aufrichtet; mit einem Wort, das uns herausruft; mit einem Licht, das mitten in den Alltag fällt.

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom