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Missionsbefehl (Mt 28,16-20)
aus dem Perikopenbuch von Kaiser Heinrich II. (1010)
(Quelle: wikimedia)

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Manchmal sieht man einem Menschen nicht an, was er trägt. Nach außen wirkt vieles geordnet, freundlich und alltäglich. Menschen erfüllen ihre Aufgaben, grüßen, machen weiter — und doch gibt es Müdigkeit, Belastung und die Sehnsucht, frei aufatmen zu können.

Das Evangelium dieses Sonntags beginnt mit einem besonderen Blick. Jesus sieht die Menschen wirklich. Er sieht nicht nur das, was funktioniert. Er sieht auch das, was müde geworden ist, was Kraft kostet, was nach Leben sucht. Aus diesem Blick wächst eine Botschaft, die bis heute tröstet und herausfordert: Das Himmelreich ist nahe.

Diese Nähe Gottes ist keine fromme Vertröstung. Sie will Menschen aufrichten, stärken und frei machen. Sie lädt dazu ein, nicht bei dem stehenzubleiben, was bindet, bedrückt oder klein macht. Wo Christus Menschen begegnet, öffnet sich Raum zum Leben.

In diesen Tagen richtet sich unser Blick auch auf den heiligen Vitus. Sein Name wird mit dem Leben verbunden. Er erinnert daran, dass Glaube nicht dazu da ist, Menschen zu vereinnahmen oder zu überfordern. Glaube führt zu Christus — und Christus ruft ins Leben.

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom