Herzlich willkommen!

(Foto: Peter Weidemann, auf: pfarrbriefservice.de)
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Wenn ich an Allerheiligen denke, kommen mir zunächst die vielen Heiligen in den Sinn, deren Bilder in unseren Kirchen stehen. Wir kennen ihre Namen und manche Geschichten aus ihrem Leben. Oft sind es außergewöhnliche Taten, wegen derer wir sie verehren.
Aber ich frage mich: Was macht einen Menschen eigentlich heilig? Muss er etwas Besonderes geleistet haben? Im ersten Johannesbrief finde ich einen Gedanken, der mir wichtig geworden ist: „Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es“ (1 Joh 3,1). Für mich bedeutet das: Ich muss mir die Zugehörigkeit zu Gott nicht erst verdienen. Sie ist mir geschenkt. Das gilt für jeden von uns. Auch die großen Heiligen haben aus dieser Zusage gelebt.
Johannes schreibt weiter: „Noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden“ (1 Joh 3,2). Wir gehören schon jetzt zu Gott. Aber was das einmal in seiner ganzen Fülle bedeutet, wissen wir noch nicht. Wir hoffen, Gott einmal zu sehen, wie er ist.
Diese Hoffnung kann schon heute mein Leben verändern. Sie hat Einfluss darauf, wie ich mit anderen Menschen umgehe und welche Entscheidungen ich treffe. Dabei bleibe ich ein Mensch, der Fehler macht und sich irren kann.
An Allerheiligen denke ich deshalb auch an die vielen Menschen, die nie offiziell heiliggesprochen wurden. Vielleicht habe ich manche von ihnen selbst gekannt. Am Anfang steht für mich die Liebe Gottes. Am Ende die Hoffnung, ihn sehen zu dürfen. Und dazwischen liegt unser Leben.
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom
