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Hermann Pampel: Fronleichnamsprozession in Dießen (1923)
(Quelle: wikimedia)

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An Fronleichnam feiern wir die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Wir schauen auf das Brot, in dem Christus sich uns schenkt, und bekennen: Er bleibt bei uns. Er bleibt nicht fern. Er ist gegenwärtig in unserer Kirche, in unseren Gemeinden und auf unseren Wegen.

Die Eucharistie führt uns an zwei Tische: an den Tisch des Wortes und an den Tisch des Brotes. Beides gehört zusammen. Denn wo Menschen wirklich leben, genügt nicht nur Nahrung für den Körper. Wir brauchen auch ein Wort, das uns aufrichtet. Ein Wort, das uns deutet, was uns bewegt. Ein Wort, das unseren Hunger kennt: nach Sinn, nach Nähe, nach Hoffnung, nach Gott.

Am Tisch des Wortes hören wir die Heilige Schrift. Dort spricht Gott in unser Leben hinein. Er zeigt uns, wovon wir leben, woran wir hängen, was uns trägt und was uns fehlt. Sein Wort ist nicht bloß Belehrung. Es ist Zusage, Orientierung und Einladung.

Am Tisch des Brotes empfangen wir Christus selbst. Er gibt uns nicht nur etwas von sich. Er gibt sich selbst: als Brot des Lebens, als Nahrung für unseren Weg, als Zeichen seiner bleibenden Nähe. In der Eucharistie wird sichtbar: Gott deutet unseren Hunger nicht nur. Er stillt ihn auch.

Darum ist Fronleichnam mehr als ein äußerer Festtag. Es ist ein Fest, das uns an die Mitte unseres Glaubens führt. Christus spricht zu uns. Christus nährt uns. Christus geht mit uns. Und er lädt uns ein, aus seiner Gegenwart zu leben und selbst Menschen zu werden, die anderen ein gutes Wort, Nähe und Brot zum Leben schenken.

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom