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(Foto: Christian Schmitt, auf: pfarrbriefservice.de)

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Wie oft kann man einem Menschen vergeben? Irgendwann ist doch genug. Oder?

Genau diese sehr menschliche Frage stellt Petrus Jesus im Evangelium dieses Sonntags: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal?“ (Mt 18,21). Hinter dieser Frage stehen Erfahrungen, die wohl jeder kennt: Verletzungen, Enttäuschungen und Schuld. Manches lässt sich nicht einfach vergessen oder ungeschehen machen.

Jesus antwortet Petrus mit einer Zahl, die jedes Nachzählen sprengt: „Nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal“ (Mt 18,22). Vergebung lässt sich offenbar nicht wie eine Rechnung führen. Und doch bleibt die Frage: Wie kann das gelingen, wenn eine Verletzung wirklich tief geht?

Manchmal hilft der Blick eines Menschen von außen, um etwas am christlichen Glauben neu wahrzunehmen, das uns längst selbstverständlich geworden ist. Vielleicht gehört dazu die erstaunliche Zusage, dass unsere Vergangenheit nicht alles festlegen muss und dass trotz Schuld Zukunft möglich bleibt.

Das Evangelium dieses Sonntags lädt dazu ein, neu darüber nachzudenken, was Vergebung bedeutet – zwischen Gott und Mensch und zwischen uns Menschen.

Ihr Pfarrer
Geistl. Rat Dr. Markus Schrom